Klassifikation: Methodologie, Methodik der Wissenschaft
Und wenn man sich mal mit Popper auseinandersetzen durfte, wird klar, dass es so etwas wie allgemeingültige Gesetze gar nicht gibt
Verweis
Aus ihr spricht der metaphysische Glaube an das Bestehen von Gesetzmäßigkeiten in unserer Welt (den auch ich teile, und ohne den praktisches Handeln wohl undenkbar ist).
Popper, Logik der Forschung, 11. Aufl., S. 238
(Vgl. Anhang *X u. Postscript *15)
Der geneigte Leser vergleiche folgende Aussage
Da das Konstrukt „Gesellschaft“ ein dynamisches ist und sich in jeder Minute ändert sind kausale Zusammenhänge in diesem Bereich meines Erachtens nicht denkbar.
Verweis
mit dieser Aussage
"Da das Konstrukt „Universum“ ein dynamisches ist und sich in jeder Minute ändert sind kausale Zusammenhänge in diesem Bereich meines Erachtens nicht denkbar."
Überzeugend?
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Es scheint Verwirrung darüber zu herrschen, was ein Gesetz sei und wie es aussieht. Hier ein Beispiel aus den Naturwissenschaften bzw. der Physik:

das Hebelgesetz von Archimedes.
hier ein Bild:

Quelle: Wikipedia
Ist das obige Gesetz falsifizierbar? Offensichtlich Nein! Die Gleichung selbst ist weder wahr noch falsch. An eine Aussage kann sinnvoll die Frage nach Wahrheit oder Falschheit gestellt werden, jedoch nicht an eine Aussageform. Als Beispiel diene:

Auch dies ist keine Aussage. Wir müssen zunächst das Universum spezifizieren. z.B.: 
Erst danach können wir feststellen für welche Substituierungen die Aussageform wahr wird und für welche falsch.
Für
und
wird sie wahr.
Und auch beim Hebelgesetz müssen wir genaue Spezifikationen durchführen. Erst wenn dies geschehen ist können wir Aussagen erhalten.
Zudem dürfen wir nicht die vielen Idealisierungen und Einschränkungen vergessen, unter denen das Hebelgesetz gilt! Als Beispiel sei nur die geforderte friktionslose Auflage genannt, auf die der gesamte Lastarm ruht, der selbst idealerweise keine Last darstellen sollte.
Diese Einschränkungen sind ein direkter Hinweis darauf, welche Randbedingungen vom Experimentator beherrscht und kontrolliert werden müssen.
Sollte ich ein Experiment durchführen und anhand des Vergleichs der Messdaten mit den theoretischen Werten herausbekommen, dass das Hebelgesetz falsch ist, würde das eher etwas über meine Fähigkeiten als Experimentator verraten als über die Wahrheit bzw. Falschheit des Hebelgesetzes.
Das Ziel der Experimente in der Physik scheint eher in der Eingrenzung der Reichweite der Gesetze zu liegen. Es kann auch sein, dass für ein vorgeschlagenes Gesetz kein Anwendungsbereich gefunden werden kann. Dann wird es natürlich nicht in das "gesicherte" Wissensgebäude aufgenommen.