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Vergleich der Methodologie Webers und Essers
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Beitrag: #1
Vergleich der Methodologie Webers und Essers

Hallo werte Forenmitglieder,
ich hab im vergangen Jahr begonnen Soziologie zu studieren und muss mich jetzt im Zuge einer Hausarbeit mit den Programmatiken von Max Weber und Hartmut Esser befassen. Wobei mir diese Fragestellung Rätsel aufgibt:

"Vergleichen sie das Programm
einer vergleichenden und verstehenden
Soziologie im "Geist des Kapitalismus" Webers mit Essers Idee einer verstehenden und erklärenden Soziologie!"

Ich erwartet jetzt keine komplette Aufschlüsselung der Lösung, aber für Hinweise die mich in die richtige Denkrichtung führen würden, wäre ich dankbar.
Für mich hat sich einfach nicht klar herausgestellt, inwieweit sich Esser von Weber unterscheidet, da er sich z.B. in seinem Werk "Soziologie: Allgemeine Grundlagen" auf Weber bezieht. Ich könnte mir lediglich vorstellen, dass Esser Webers Idee der Idealtypen nicht aufgreift, oder variert, habe dazu aber nichts finden können.
Ich hoffe, die Frage war weder zu allgemein noch zu speziell und freue mich auf kreativen Input.

08.01.2010 20:39
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Beitrag: #2
RE: Vergleich der Methodologie Webers und Essers

Hi,

Esser ist dezidierter Rational-Choicer, Weber hingegen kennt auch den wertrationalen Handlungstypus: Weber geht zwar methodologisch auch individualistisch vor, macht aber zugleich grundlegend andere Annahmen als der klassische Rational Choice-Ansatz.

In einem Aufsatz (s. u.) versucht Esser Wertrationalität in seine Theorie der Frame-Selektion zu integrieren, was ihm allerdings m. E. nicht wirklich gelingt.

Esser, Hartmut 2003: Die Rationalität der Werte, in: Gert Albert, Agathe Bienfait, Steffen Sigmund und Claus Wendt (Hrsg.), Das Weber-Paradigma, S. 153-187. Tübingen: Mohr Siebeck.

Vor allem in Webers "Protestantischer Ethik" ist die Wertrationalität von zentraler Bedeutung.

Hoffe das hilft Dir weiter.

Ciao
Astyanax

27.01.2011 09:59
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