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Ist Herrschaft oder Macht letztlich immer auf Gewalt begründet?
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Luckydin
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Beitrag: #1
Ist Herrschaft oder Macht letztlich immer auf Gewalt begründet?

Hallo zusammen,

ich muss in einer Soziologie Arbeit die Frage diskutieren ob Herrschaft oder Macht letztlich immer auf Gewalt begründet ist. Ich soll also zwei grundlegende Theorien diskutieren. Max Webers Herschaftssoziologie werde ich definitiv nehmen aber bei dem zweiten Theoretiker bin ich mir unschlüssig. Soweit ich weiß würde sich da wohl Foucault oder Popitz anbieten aber die sind mit beide nicht bekannt. Am besten wäre es ja einen Theoretiker zu nehmen der die Frage als These stützt und einer der das nicht macht. Villeicht kann mir hier jemand inhaltlich ein paar Tipps geben. Ich habe nicht mal eine Woche Zeit und möchte ungern Gefahr laufen etwas in die völlig falsche Richtung zu lesen.

Für jede Hilfe oder Richtungsweisung bin ich dankbar.

Liebe Grüße

20.06.2008 11:49
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PynGen
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Beitrag: #2
RE: Ist Herrschaft oder Macht letztlich immer auf Gewalt begründet?

Hi,
vielleicht solltest du mal das Kapitel über Macht aus Luhmanns "Dei Politik der Gesellschaft" lesen - da wird das Thema anders behandelt als bei sonstigen Klassikern und der Gewaltaspekt wird nicht so sehr betont. Eröffnet auf jeden Fall en andere Sichtweise.
Gruss,
T.

20.06.2008 13:16
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PynGen
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Beiträge: 9
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Beitrag: #3
RE: Ist Herrschaft oder Macht letztlich immer auf Gewalt begründet?

Hallo ich noch mal:
Vielleicht hilft dir folgendes Buch als Orientierung weiter:

"Macht und Herrschaft. Zur Revision zweier soziologischer Grundbegriffe"
[2007]
von Peter Gostmann (Herausgeber), Peter-Ulrich Merz-Benz (Herausgeber)
Vs Verlag

Bei amazon.de kannst du auch einen Blick reinwerfen.
Gruss,
T.

20.06.2008 13:46
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Anonym
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Beitrag: #4
RE: Ist Herrschaft oder Macht letztlich immer auf Gewalt begründet?

Hallo PynGen,

vielen Dank schonmal. Ich hatte mir auch gestern schon Auszüge aus Macht und Herrschaft kopiert. Nachdem due es nun auch erwähnt hast, habe ich mal reingeguckt und gesehen, dass es dort einen Artikel gibt der sich auf Weber und Popitz bezieht. Den werde ich nun erstmal studieren und mich dann wohl auf diese beiden Theoretiker stürzen.

Ich persönlich habe ja immer ein wenig Angst vor Lumann aber werde mal reinschauen ob ich für meine abschließende Beuteilung dort einige Anhaltspunkte finde.

Vielen DAnk schon mal für den schnellen "Erste-Hilfe" Einsatz.

Liebe GRüße

20.06.2008 16:08
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Luckydin
Neuling
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Beitrag: #5
RE: Ist Herrschaft oder Macht letztlich immer auf Gewalt begründet?

Hallo nochmal,

ich habe nun einiges gelesen aber so richtig klar ist mir Webers Position noch nicht. Vielleicht kann mir hier jemand helfen.

Ich dachte ursprünglich, dass ich Weber wegen des Charisma-Typs Popitz gegenüber stellen könnte, denn Popitz beschreibt Gewalt als notwendige Bedingung zur Aufrechterhaltung von sozialer Ordnung! Weshalb die Ausgangsfrage mit ja beantwortet werden müsste. Hinzu kommt das Popitz Gewalt als eine Form von Macht beschreibt, denn Aktionsmacht (die er in „Phänomene der Macht“ als erste Machtform nennt) ist für ihn Verletzungsmacht.

Doch dann findet sich in Webers Beschreibungen Politik als Beruf, dass er sich Trotzkijs Meinung anschließt: Jeder Staat gründe sich auf Gewalt, denn jeder Politiker hat die Macht Gewaltsamkeit auszuüben. Dann sagt er aber, dass "die allgemeine Entwicklung des Rechts und des Rechtsgangs [führt,] in theoretische "Enwicklungsstufen" gegliedert [ist], von der charismatsichen Rechtsoffenbarung [...] zur empirischen Rechtsschöpfung [...], weiter zur Rechtsoktroyierung durch weltliches Imperium und theokratische Gewalten und endlich zur systematischen Rechtssatzung ..........."

Unter "Rechtsoktroyierung durch weltliches Imperium" kann ja wohl auch Zwang durch Gewalt oder deren Androhung verstanden werden oder? An andere Stelle sagt er dann: "daß etwa diejeniegen, welche sich der Ordnung, die er (hier ist Geltung eines Rechtssatz gemeint) enthält, fügen, dies vorwiegend oder auch überhaupt um deswillen tun, weil ein Zwangsapparat dafür zur Verfügung steht. Davon ist keine Rede. Vielmehr können die Motive der Fügsamkeit gegenüber dem Rechtssatz die denkbar verschiedensten sein."

Also einmal spielt "Gewalt" eine Rolle und einmal kann sie muss aber nicht. Ist hier jemand der mir erklären kann ob Weber der Meinung ist, dass bei Macht bzw. Herrschaft immer irgendwann auch Gewalt eine Rolle gespielt hat und wie er das argumentiert. Ich finde immer nur wiedersprüchliches.

Das stellt mich nun durchaus vor einige Probleme weil ich es irgendwie schwierig finde das nun in Verbidnung mit seinem Macht und Herrschaftsverständnis zu diskutieren.

Bei Popitz findet sich ja ein eigenes Kapitel zur Gewalt als Durchsetzungsform von Macht aber bei Weber seh ich das wenig umschrieben und nach meiner Recherche bisher finde ich nur das Argument, dass beide anführen, dass Gewalt irgendwo Voraussetzung für soziale Ordnung ist.

Das ist ja ein wenig dünn. Webers Ansicht ist mir noch nicht ganz klar, da werde ich wohl noch etwas lesen.

Wenn noch jemand Diskussionsanregungen, Verdeutlichung zu den Verständnissen der beiden Autoren hat, Links oder sonstiges freue ich mich sehr.


Liebe Grüße

Luckydin

23.06.2008 12:00
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